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Die neuen Tricks der Einbrecher

Wenn die Tage kürzer werden, ist Einbruchzeit. Doch leider werden die Einbrecher immer dreister und die Polizei rechnet erneut mit einem drastischen Anstieg der Einbruchszahlen. Die zumeist organisierten Banden gehen mit immer neuen Tricks vor und sind innerhalb nur einer Minute im Haus, wenn dieses nicht mit einer Alarmanlage gesichert ist.

In Deutschland wird alle dreieinhalb Minuten eingebrochen

Alle dreieinhalb Minuten wird in Deutschland inzwischen eingebrochen – 2014 waren es insgesamt 152.123 Einbrüche mit einem Gesamtschaden in Höhe von 422.261.937 Euro. Alleine in Berlin stiegen mehr als 12.000 Mal Kriminelle in Einfamilienhäuser und Wohnungen ein, doch nur jede 15. Tat wird überhaupt aufgeklärt. Die Berliner Polizei führt eine Liste der schlimmsten Brennpunkte, diese liegen zwischen Zehlendorf Nord und Rixdorf. 2015 kam es bis Anfang September kam dort zu über 1.300 Einbrüchen. Das ist zwar derzeit ein Rückgang zum Vorjahr, da aber erfahrungsgemäß mit Beginn der dunklen Jahreszeit auch die Einbrüche steigen, bleibt abzuwarten, ob dies tatsächlich so ist.

Die jüngsten Fälle im Berliner Speckgürtel bei Bernau zeigen anschaulich, wie dreist und schnell die Banden inzwischen vorgehen. Vor einigen Wochenenden wurden dort allein 37 Mal eingebrochen. Die Beute: Bargeld, Tablets, Smartphones, Sparschweine und Lebensmittel. Doch während die Polizei noch die Einbruchsspuren sicherte, brach die organisierte Bande dreist in direkter Nachbarschaft weiter ein – hierfür benötigen sie teilweise noch nicht mal eine Minute, wenn die Wohnung nicht durch eine entsprechende Alarmanlage gesichert ist.

Selbst als Nachbarn die Einbrecher entdeckten und die Polizei informierten, schafften es die Fahnder der eigens hierfür gegründeten gemeinsamen Ermittlungsgruppe Berlin-Brandenburg und Zivilpolizisten nicht, auch nur ein einziges Bandenmitglied zu schnappen. Auffällig: Neben den bewährten und bekannten Einbruchsmethoden nutzen die Täter nun eine sehr effektive neue Masche:

  • Mit einem Gasbrenner oder einem erhitzten Kupferrohr werden in der Kunststoffverkleidung von Terrassentüren oder Fenstern an bestimmten Punkten Löcher gebrannt. Mit einem Werkzeug wird dann die so nun freiliegende Verriegelung in Sekundenschnelle aufgehebelt.
  • Ein althergebrachter Trick: Die Haltebügel eines gekippten Fensters werden mit entsprechenden handelsüblichen Werkzeugen aus der Schiene gebogen.
  • Auch nicht neu: Mit einem Stahlrohr oder einer Brechstange werden die Flügeltüren von Altbauwohnungen gewaltsam geöffnet. Allerdings ist diese Methode sehr laut und wird daher nur selten angewandt.

Die Einbrecher sind Profis, die ihre Opfer zuvor tagelang ausgespäht haben, bevor sie dann letztendlich zuschlagen. Dabei räumen sie dann in einer einzigen Nacht vier oder gar fünf Einfamilienhäuser aus und sind samt Beute innerhalb von nur wenigen Minuten außer Landes.

Die Zahlen alarmieren!

  • Jeder zweite Bundesbürger fühlt sich gemäß einer Umfrage der BILD am SONNTAG nicht ausreichend geschützt.
  • Es wird nur jeder sechste Einbruch bundesweit aufgeklärt (15,9 Prozent aller Einbrüche).
  • Nur in Thüringen wird jeder zweite Einbruch aufgeklärt – in Bremen dagegen nur jeder fünfzehnte (schlappe 6,9 Prozent).

Die nachfolgende Tabelle anhand der Zahlen aus 2014 belegt: Die Zahl der Einbrüche steigt in den Bundesländern, in denen es weniger Polizisten gibt (Quelle „BILD“):

Bundesland Anzahl Polizisten Polizisten/1.000 Einwohner Einbrüche/100.000 Einwohner Zunahme der Einbrüche seit 2011 in Prozent Aufklärungsquote Einbrüche in Prozent
Baden-Württemberg 24.486 2.31 126,8 66,4 17
Bayern 35.375 2,81 65,1 55,7 28
Berlin 16.416 4,83 355,3 11,7 7.3
Brandenburg 8.067 3,29 163 37,6 16
Bremen 2.766 4,19 540,8 4,3 6,9
Hamburg 8.450 4,83 428,9 18,2 8,3
Hessen 14.097 2,35 181,6 1,3 20,6
Mecklenburg-Vorpommern 4.856 3,04 95,8 18 25.8
Niedersachsen 18.085 2,32 188,1 26,1 24,6
Nordrhein-Westfalen 40.202 2,28 300,4 6,4 15,4

7 Tipps für Bewohner als Schutz gegen Einbrüche

  1. Gekippte Fenster locken Verbrecher an – sie sind eine Einladung! Daher sollten stets alle Fenster und auch die Balkon- und Terrassentüren immer komplett geschlossen werden, selbst wenn die Abwesenheit nur ein paar Minuten dauert. Hinzu kommt, dass bei gekipptem Fenster der Verlust des Versicherungsschutzes droht.
  2. Einen sehr guten Einbruchschutz bietet ein stabiles Fenstergitter.
  3. Spezielle Sicherungen für die Scharnierseite der Fenster verhindern den Einbruch. Diese Methode ist auch für Fenster mit kleinen Fensterrahmen geeignet.
  4. Ein abschließbarer Fenstergriff kann das Öffnen eines Fensters von außen verhindern, wenn dieses gekippt ist.
  5. Einbruchshemmend sind ebenfalls zusätzliche Pilzkopfzapfen, spezielle Sicherheitsriege, ein Doppelflügelschloss oder eine Autoverriegelung.
  6. Eine Alarmanlage in Form einer Funkalarmanlage gibt Alarm, wenn das Fenster oder die Tür gewaltsam geöffnet wird. Sie zeigt auch Sabotageversuche an.
  7. Spezielle mechanische Fenstersicherungen, zum Beispiel FTSE von Abus (160 Euro), halten den Druck von außen bis zu einer Tonne stand und schlagen gleichzeitig per Funk Alarm.
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